Europäische Kommission streicht geplante Naturschutzfinanzierung in Tansania wegen Maasai-Missbrauchs

7 Juni 2024

Gegen Vertreibungen protestierende Angehörige der Maasai im Jahr 2022. © Survival

In einer beispiellosen Entwicklung hat die Europäische Kommission ihre Pläne zur Finanzierung von Naturschutzprojekten in Tansania gestrichen. Der drastische Schritt folgt auf eine Reihe brutaler Vertreibungen von Angehörigen der Maasai von ihrem Land, um Platz für grünen Tourismus und Trophäenjagd zu schaffen.

Im Rahmen des umstrittenen NaturAfrica-Programms der EU hatte die Kommission 18 Millionen Euro für Naturschutzprojekte in Kenia und Tansania bereitgestellt, von denen nun nur noch Kenia profitiert. Außerdem wurden neue Regelungen hinzugefügt, wonach die Menschenrechte indigener und lokaler Bevölkerungsgruppen geachtet werden müssen.

Die tansanischen Behörden vertreiben brutal Zehntausende Maasai, obwohl Gerichte wiederholt entschieden haben, dass diese Vertreibungen illegal sind. Einflussreiche Naturschutzorganisationen wie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und der WWF, die seit langem mit der tansanischen Regierung beim „Naturschutz“ zusammenarbeiten, haben die Vertreibungen nicht verurteilt. Einige dieser Vertreibungen stehen im Zusammenhang mit der Schaffung neuer Trophäenjagdgebiete für die königliche Familie von Dubai.

Die Direktorin von Survival International, Caroline Pearce, sagte heute: „Die Maasai International Solidarity Alliance (MISA), Survival und viele andere haben die Europäische Kommission vor diesem Projekt und ihrer finanziellen Unterstützung gewarnt – und nach dem Druck hat sie endlich zugehört. Das gesamte Naturschutzmodell in Ostafrika basiert auf dem brutalen Landraub an indigenen Völkern für Schutzgebiete, etwa für Nationalparks oder Gebiete für Trophäenjagd. Der WWF und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt sind daran mitschuldig. Vom Safaritourismus bis hin zur neusten Scheinlösung, blutigem CO2, sind dies alles Wege, mit denen wohlhabende Ausländer mit dem Land der indigenen und lokalen Bevölkerung Geld machen.“

Lesen Sie die Erklärung der Maasai International Solidarity Alliance

Maasai
Indigenes Volk

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