Nukak Indianer: “Wir werden ausgelöscht

Der zurückgezogen lebende Stamm der Nukak, der diesen Monat durch die
Schlagzeilen ging, nachdem er aus seinem Heimatwald fliehen musste, ist zwischen die Fronten des gewaltsamen Bürgerkrieges zwischen Guerillas und der kolumbianischen Armee geraten. Die Nukak gehören zu den wenigen nomadisch lebenden Stämmen des Amazonasgebietes. Als sie 1988 zum ersten Mal in näheren Kontakt mit Nicht-Indianern kamen starb die Hälfte ihrer Stammesmitglieder, hauptsächlich an Grippe und Malaria, die von den Außenstehenden übertragen worden sind.

„Wir sind jetzt wenige; es gibt kaum noch Nukak. Die Fremden sind viele hier, und haben große Häuser. Denen ist es egal, dass die Nukak ausgerottet werden."  sagt der Nukak-Mann Chorebe.

Von den übrig gebliebenen 400 Nukak lebt die Hälfte wegen der andauernden Kämpfe ohne Aussicht auf Rückkehr in ihren Wald verstreut. Jene, welche im Wald zurückgeblieben sind, laufen Gefahr durch die eskalierenden Gefechte zu Tode zu kommen.

Die Armee besprüht Coca Plantagen, die von den Kolonisten auf dem Land der Nukak angebaut wurden, von der Luft aus mit Herbiziden. Zusätzlich haben sowohl Kolumbiens linksgerichtete Guerilla Armee, die FARC als auch die rechtsgerichtete paramilitärische Armee, die AUC, jeweils eine große Anzahl Truppen auf dem Nukak Territorium. Beide Gruppierungen wollen den lukrativen Coca-Anbau unter ihre Kontrolle bringen.

Die Nukak leben in kleinen Familiengruppen tief in den Regenwäldern von Kolumbien und Brasilien und sind Teil einer Gruppe Nomaden, die auch unter dem Namen Makú bekannt sind. Sie ziehen alle paar Tage von Lager zu Lager, je nachdem wo sich ihre Beutetiere und Waldfrüchte befinden. Fisch ist ebenfalls wichtiger Bestandteil ihrer Nahrungsgrundlage.

Survival und Kolumbiens nationale Indianerorganisation ONIC drängen alle Seiten dazu, den Waffenstillstand auszurufen und sich vom Gebiet der Nukak zurückzuziehen. Außerdem sollen dringend benötigte Ärzteteams eingesandt werden um die verletzten Indianer zu versorgen.

Survival's Direktor Stephen Corry sagte heute, "Wenn die Behörden nicht umgehend agieren um die Nukak und ihr Land zu schützen, steht Kolumbiens letztem nomadischen Volk die Auslöschung bevor."

Um einen Brief zur Unterstützung der Nukak zu schreiben klicken Sie bitte hier.

Um die Stellungnahme von ONIC zu lesen bitte hier klicken.


Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: [email protected]

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