Nomaden des Amazonas wollen heimkehren

Der nomadische Stamm der Nukak, der kürzlich von der kolumbianischen Regierung in ein neues Gebiet weit entfernt seiner ursprünglichen Heimat umgesiedelt wurde, hat darum gebeten, zurückkehren zu dürfen.

Die Nukak reagieren damit auf den Tod eines neunjährigen Nukak Jungen und auf eine gefährliche Grippeepidemie, die den Stamm um etwa ein Viertel dezimiert hat.

Ihre neue Umgebung zwingt die Nukak zum Leben an ein und derselben Stelle. Experten hatten gewarnt, dies würde zum Ausbruch von Krankheiten führen. Traditionell leben die Nukak in kleinen nomadischen Gruppen. Seit dem ersten Kontakt des Stammes mit der Außenwelt im Jahre 1988, sind über die Hälfte der Stammesangehörigen an Grippe und Malaria gestorben.

"Ich möchte zurück nach Hause. Dort gab es mehr Fleisch, dort gab es mehr Fisch" sagte Rose, eine Nukak Frau.

Die neue Siedlung entspricht etwa 2 % des bisherigen Gebiets der Indianer und ermöglicht den Nukak nur in geringem Umfang zu jagen. Auch leben sie in ständiger Angst vor bewaffneten Konflikten zwischen der kolumbianischen Armee, paramilitärischen Gruppen und Guerillas.

Die Forderung der Nukak kam nur wenige Tage nach dem Besuch einer internationalen Menschenrechtsorganisation, welche zu dem Schluss kam, dass der Stamm vom Aussterben bedroht ist.

Der Vorsitzende von Survival International, Stephen Corry, sagte heute „Die Regierung muss sicherstellen, dass die Nukak gemäß ihrem Wunsch sicher in ihr ursprüngliches Gebiet zurückkehren können. Ohne gute medizinische Versorgung werden weitere Nukak sterben und es besteht die Gefahr, dass sie die Krankheiten auf ihre Verwandten übertragen, die noch in der Wildnis leben. Außer Elend und Tod hat die moderne Gesellschaft den Nukak bisher wenig gegeben. Ich hoffe, 2006 wird der Beginn eines neuen Kapitels ihrer bisher tragischen Geschichte.“

Fotos sind verfügbar. David Hill, Aktivist von Survival, ist vor kurzem von den Nukak zurückgekehrt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Miriam Ross +44 (0)20 7687 8734 oder [email protected]