"Observer"-Journalist droht Survival mit Klage wegen Nachricht über unkontaktierte Indianer

Ein britischer Journalist droht Survival International mit einer Klage, um seine eigenen Fehler zu korrigieren. Er berichtete fälschlicherweise, dass die Nachricht von dem unkontaktierten indigenen Volk, das bereits seit Jahren bekannt ist, als Nachricht von einem neu entdeckten Volk "weitergegeben und verkauft" worden sei. Auf diese Weise verbreiteten sich weltweit Pressenachrichten über die sogenannte "Falschmeldung".

In einer telefonischen Mitteilung an einen Survival Mitarbeiter vom 27. Juni, sagte Mr. Beaumont: "Ich bin sehr darüber verärgert, wie Sie mich in Verbindung mit der Darstellung bringen, dass Sie diese Falschmeldung  zu verantworten hätten. Sollten sie das nochmals wiederholen, …werde ich rechtliche Schritte gegen Sie ergreifen und Sie wegen Verleumdung oder übler Nachrede anzeigen."

Hören Sie selbst die Mitteilung an (Englisch).

Als Survival vor einigen Wochen Bilder eines unkontaktierten indigenen Volkes, das in der Nähe der peruanisch-brasilianischen Grenze lebt, veröffentlichte, sorgten diese weltweit für Schlagzeilen. Die Fotos wurden von einem brasilianischen Regierungsbeamten gemacht, um Behauptungen zurückweisen, die die Existenz dieser unkontaktierten Völker in Abrede stellen. Illegales Abholzen des Waldes ist die größte Gefahr für die in dieser Region lebenden Menschen.

Am 22. Juni berichtete Peter Beaumont, Auslandskorresondent der britischen Zeitung "The Observer", dass ein Volk fälschlicherweise als "bisher unentdeckt" beschrieben wurde, obwohl seine Existenz schon seit vielen Jahren bekannt ist und dass der brasilianische Beamte und Survival dies "zugegeben" und "eingeräumt" hätten.

Jedoch haben weder die brasilianische Regierung noch Survival jemals behauptet, dass diese Menschen "unentdeckt" oder "unbekannt" waren. Es wurde lediglich erklärt, dass das indigene Volk "unkontaktiert" sei, was korrekt ist. Es wurde nichts "zugegeben" oder "eingräumt", weil es nichts gibt, was zugegeben oder eingeräumt werden müsste.

Beaumont’s Artikel entfachte eine Welle von zerstörerischen Schlagzeilen, die die Fotos als "Falschmeldung", "Witz" oder ähnliches bezeichneten. Einige Berichte schrieben, dass die Fotos "gestellt" gewesen seien.

"The Observer" äußerte daraufhin, dass es nicht ihre Absicht war, die Bilder als Falschmeldung darzustellen oder zu suggerieren, dass Survival "ein Eingeständnis welcher Art auch immer" gemacht hätte. Die Zeitung hatte angeboten, einen Brief abzudrucken, der von Survival geschickt worden war, bevor andere Zeitungen den Bericht von Mr. Beaumont aufgriffen, der nicht die Darstellungen betrifft, die jetzt aufgezeigt wurden. Trotz allem weigert sich "The Observer", eine Korrektur abzudrucken.

Stephen Corry, Direktor von Survival, sagte heute: "Es ist das erste Mal in 39 Jahren, dass ein Journalist droht, rechtliche Schritte gegen uns einleiten zu lassen. All das ist umso erstaunlicher, weil es die vielen Meldungen sind, die sich auf Beaumont’s Bericht beziehen, die den Kampf um die Rechte indigener Völker ernsthaft untergraben haben. Weit davon entfernt, Verantwortung für seine Fehler zu übernehmen, will er stattdessen uns anzeigen, falls wir nicht schweigen! Es wäre besser für "The Observer", wenn sie einfach einräumen, dass sie falsch lagen und unsere ursprüngliche Pressemitteilung absolut korrekt gewesen ist."

 Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte Laura Engel unter 030-72293108 oder per E-mail an [email protected]