Eine Chakma-Familie aus den Chittagong Hill Tracts in Bangladesch.

Eine Chakma-Familie aus den Chittagong Hill Tracts in Bangladesch. © Mark McEvoy/Survival

Kinder und Frauen der indigenen Bevölkerung in den Chittagong Hill Tracts (CHT) sind “unverminderter” Gewalt ausgesetzt. Zu diesem Fazit kommt die bengalische Kapaeeng Stiftung, eine Organisation zum Schutz von Minderheiten.

In den CHT sind elf indigene Völker beheimatet, die unter der Sammelbezeichung Jumma bekannt sind.

In den letzten vier Monaten kam es laut Kapaeeng Stiftung zu neun schwerwiegenden Übergriffen. Vier Jumma wurden getötet, vier vergewaltigt und zwei Kinder angegriffen.

Das jüngste Opfer war die 32-jährige Pratima Chakma. Ihr Leichnam wurde am 1. Oktober in einer Böschung im Dorf Kamalchari gefunden. Sie wurde vergewaltigt und dann ermordet.

Erst im Juli waren der 5-jährige Nuching Marma, sein Großvater und seine Mutter getötet worden. Die drei gehörten den Marma an, einer der größten indigenen Gruppen in den CHT. Berichten zufolge hatten sie versucht die Vergewaltigung einer 15-jährigen Verwandten durch einen bengalischen Siedler zu stoppen. Dorfbewohner berichteten, dass der Siedler in einen Landstreit mit der Familie verwickelt war.

Landstreitigkeiten zwischen Bangladeschs indigenen Jumma-Völkern und den Hundertausenden Siedlern, deren Zuwanderung von der Regierung gefördert wird, sind häufig und verlaufen oft gewaltsam.

Im April hatten Siedler, unterstützt von der Armee, sechs Jumma-Dörfer nach einem solchen Streit niedergebrannt. Die Armee ist regelmäßig untätiger Beobachter, wenn Siedler die Jumma und ihre Häuser angreifen.

1997 hatten die Jumma und die Regierung einen Friedensvertrag unterzeichnet, in dem sich die Regierung verpflichtet hatte die Militärlager in der Region zu schließen und den Landraub durch Siedler und Armee zu stoppen.

Doch auch 14 Jahre später sind die Militärcamps noch in Betrieb und die Gewalt und der Landraub gehen weiter.

Anlässlich des Deutschlandbesuches der bengalischen Premierministerin Sheikh Hasina Ende Oktober, hat Survival erneut die Umsetzung des Friedensabkommens gefordert.