Neue Welle von Polizeigewalt in Papua

Die indonesische Polizei geht erneut mit Gewalt gegen die Stammesvölker Papuas vor. Survival hat in diesem Jahr zahlreiche Berichte über Folterung, Misshandlung und außergerichtliche Tötungen durch die Polizei erhalten.

Survival fürchtet um die Sicherheit von Nelson Rumbiak, der sich im März an Auseinandersetzungen zwischen Studenten und der Polizei beteiligt hatte. Er befindet sich zur Zeit in Polizeigewahrsam und wurde bereits schwer misshandelt. Kurz nach den Unruhen stümte die Polizei Studentenwohnheime und griff dabei zahlreiche Studenten an. Einer von ihnen, Dany Hisage, wurde dabei getötet.

Die Liste polizeilicher Verbrechen ist lang. Bereits im Januar wurde der Student Obet Kossay von der Polizei zu Tode gefoltert. Zwei Studenten wurden im Mai in der Stadt Wamena erschossen, viele weitere gefoltert. Einen Monat später, im Juni, wurde eine 18-Jährige von sieben Polizisten vergewaltigt und zu Tode gefoltert. Im Juli wurde eine 19-Jährige von einem Polizisten erschossen, nachdem sie sich diesem verweigert hatte.

Survival hat den indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono in einem Brief dazu aufgefordert, die Polizeigewalt in Papua zu beenden und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Papua ist die Heimat von etwa 312 verschiedenen Eingeborenen-Stämmen. Alle Völker Papuas haben schwer unter der 1963 begonnenen indonesischen Besatzung gelitten.