Polizei überfällt Zentrale papuanischer Kirche

Gestern besetzte die Indonesische Polizei die Zentrale der indigenen Kingmi Kirche in Jayapura, West Papua. Die Kingmi Kirche hatte sich in der Vergangenheit besonders lautstark gegen die grausamen Menschenrechtsverletzungen in der Region geäußert.
Die Mehrheit der Kingmi Kirchenmitglieder stammt aus dem Hochland Papuas, wo das Indonesische Militär besonders brutal ist.

Sechs Polizeitransporter und eine Wasserkanone wurden gestern vor den Geschäfträumen der Kirche stationiert. Mit Gewehren bewaffnete paramilitärische Polizeikräfte besetzten das Dach des Gebäudes und mehr als 50 Polizisten wurden vor dem Gebäude stationiert.

Im Anschluss an die Polizeiaktion protestierten 200 Angehörige der Kingmi Kirche vor der Zentrale und blockierten dabei einen Fahrstreifen.

Die Kingmi Kirche hatte sich unlängst von Gereja Kemah Injil Indonesia (GKII, Die Tabernakel Bibelkirche Indonesiens) abgespalten und ist zu ihrem ursprünglichen Status der Selbstverwaltung zurückgekehrt. Die Polizei beschuldigt die Kingmi Kirche die papuanische Unabhängigkeitsbewegung zu unterstützen.

Survival ist besorgt um die Sicherheit der Oberhäupter der Kingmi Kirche und derjenigen, die vor dem Gebäude protestieren. Die indonesische Polizei ist dafür bekannt jegliche Form des Protests in West Papua auf brutale Weise zu unterdrücken.

Pfarrer Benny Giay, Vorsitzender des Justiz- und Friedensbüros der Kingmi Kirche sagte bezüglich eines früheren Polizeiangriffs auf die Kirche: „Die Opfer der indonesischen Brutalität sind die Mitglieder der Kirche. Die Kirche hat das Recht die Rechte der Menschen zu verteidigen.“