„Buschmänner“ bedroht – Verfolgung durch die Regierung verschärft

„Die Regierung hat uns von allem abgeschnitten, was wir zum Leben brauchen, aber wir werden nicht fortgehen, denn wir sind hier geboren." - Buschmann, der noch im Zentral Kalahari Wildreservat (CKGR) lebt.

Zwei Jahre nachdem die Regierung Botswanas hunderte von Gana- und Gwi-Buschmännern von ihrem angestammten Land vertrieben hat, verschärfen die Behörden jetzt ihre Verfolgung. Sie erheben Anklage gegen eine Gruppe von Buschmännern, die beim Jagen in der Nähe des Zwangsansiedlungslagers, in das die Regierung sie gebracht hatte, verhaftet wurden.

Das Jagen ist für die Buschmänner in den Lagern die einzige Alternative zu staatlicher Unterstützung. Bei einem Zusammentreffen mit britischen Parlamentariern im Zwangsansiedlungslager New Xade erklärten vor kurzem viele Buschmänner, dass sie unbedingt auf ihr Land im Zentral Kalahari Wildreservat zurückkehren wollen, wo sie Jahrtausende lang gelebt haben. Die Regierung zwingt die Buschmänner sogar, einen Antrag auf Genehmigung zu stellen, wenn sie Verwandte besuchen wollen, die noch im CKGR wohnen (für die meisten ein unzumutbarer bürokratischer Aufwand) und verbietet ihnen, dringend benötigtes Wasser dorthin mitzubringen.

Im Februar 2004 jährt sich zum zweiten Mal die Vertreibung der letzten 700 Gana- und Gwi-Buschmänner und ihrer Nachbarn, der Bakgalagadi von ihrem Land im Wildreservat. Nachdem in den vorangegangenen fünfzehn Jahren die meisten Buschmänner bereits zur Umsiedelung gezwungen worden waren, wurde nun ihr letzter Brunnen zerstört, und sie wurden gezwungen, ihre eigenen Häuser abzureißen. Polizisten und Soldaten drohten, sie in ihren Häusern zu verbrennen, wenn sie sich weigerten. Trotz aller Drohungen haben sich ein paar Dutzend Buschmänner und Bakgalagadi geweigert zu gehen und sind noch auf ihrem Land, durch nichts als den Regen und unterirdisch wachsende, wasserhaltige Knollen mit Wasser versorgt.

 Ungefähr 2500 Buschmänner und Bakgalagadi leben zur Zeit in zwei trostlosen Zwangsansiedlungslagern, die sie selbst als „Orte des Todes" bezeichnen. Seit den ersten Vertreibungen 1997 haben Beobachter die unaufhaltsame Auflösung von Familienstrukturen festgestellt, da die Menschen dort dem Alkohol und Depressionen verfallen.

Vor kurzem erklärte ein Buschmann bei einem Besuch gegenüber Survival: „Es gibt viel Alkoholismus, und die Menschen essen nicht. Sie gehen in die Kneipe und trinken Bier, um zu vergessen. Im CKGR waren die Menschen körperlich und seelisch gesund. Hier schleppen die Arbeiter der Regierung AIDS ein. In unserer Kultur kannten wir diese ganzen Krankheiten nicht." Die Menschen haben keine Beschäftigung und fühlen sich hilflos, weil sie von den Lebensmitteln abhängig sind, die die Regierung austeilt – auf dem unfruchtbaren Land um die Lager kann man kaum jagen und sammeln. Ein Buschmann sagte Survival gegenüber: „Das macht uns sehr traurig. Wir haben das Gefühl, machtlos zu sein – als ob wir wie Abfall auf den Müll geworfen würden."

Viele wollen auf ihr Land zurückkehren, und trotz der starken behördlichen Einschüchterung haben es einige auch getan. Das Leben im Wildreservat ist schwer, da die Buschmänner nicht jagen, sammeln und Feuerholz suchen dürfen; zudem ist Wasser rar, weil der Brunnen zerstört wurde. Aber mit Mut und Widerstandskraft haben sie es fertiggebracht, dem ständigen Druck standzuhalten. Einer von ihnen erklärte vor kurzem gegenüber Survival: „Die Regierung hat die Wasserversorgung abgeschnitten, aber ich werde hier weitermachen. Ich habe mir vorgenommen, weiter auf dem Land meiner Vorfahren zu leben, wo sie begraben sind, und ich lebe noch."

Die Regierung fährt fort zu behaupten, die Umsiedlungen seien freiwillig gewesen, aber der Außenminister Botswanas erklärte vor kurzem gegenüber einer Gruppe von Studenten in London: „Wir bringen diese Leute [die Buschmänner] (…) dahin, wo wir sie haben wollen."

Kaum waren 2002 die Buschmänner vertrieben, teilte die Regierung den größten Teil des Wildreservates als Lizenzen für Probebohrungen nach Diamanten auf, die meisten davon gehören De Beers und BHP Billiton. De Beers lehnt es ab, die erzwungene Umsiedlung der Buschmänner zu verurteilen, und der Verwaltungsdirektor in Botswana hat sie sogar öffentlich begrüßt.

Die Buschmänner und Bakgalagadi appellieren durch Survival an die Unterstützung der Öffentlichkeit für ihre Bemühungen um die Rückkehr auf ihr angestammtes Land und um ein Leben dort ohne weitere Schikanierung.

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: [email protected]

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