Penan Anführer tot aufgefunden - vermutlich ermordet

Der Anführer des im malaysischen Bundesland Sarawak lebenden indigenen Volkes Penan, Kelesau Naan, der seit dem 23 Oktober vermisst wurde, ist tot aufgefunden worden. Seine Angehörigen vermuten, dass er auf Grund seines fortwährenden Widerstands gegen die illegale Abholzung der Wälder im Lebensraum seines Volkes, ermordet worden ist.

Kelesaus Körper wurde rund zwei Stunden Fußmarsch entfernt von seinem Zuhause gefunden. „Seine Hand war gebrochen und es hatte den Anschein, als wäre sie von einem scharfen Gegenstand getroffen worden“, sagte Matin Bujang, einer seiner Angehörigen.

Bereits seit zwanzig Jahren versuchen die Penan Holzkonzerne von ihrem Land fernzuhalten. Als der BBC Reporter Bruce Parry das indigene Volk für eine Fernsehdokumentation besuchte, hat ihn ihre Notlage tief berührt.

Die Penan vermuten, dass Kelesau Naan auf Grund seines Widerstands gegen die Holzindustrie ermordet worden ist. Das indigene Volk lebt in einem Gebiet, dass für die Abholzung durch den malaysischen Holzkonzern Samling freigegeben worden ist. Kelesau war Anführer des Penan Kampfes gegen die Verwüstung ihres Landes. Er und andere Anführer des Volkes forderten die Anerkennung der Landrechte der Penan und klagten gegen den Staat. Seit 1998 steht das Urteil aus.

In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts verschwanden zwei Mitglieder der Penan, die sich ebenfalls im Konflikt mit Holzfirmen befanden, auf ähnliche Weise wie jetzt Kelesau Naan. Der Schweizer Ethnologe und Umweltaktivist, Bruno Manser, der mit dem indigenen Volk zusammenarbeitete und lebte, wird seit seiner letzten Reise nach Sarawak im Jahr 2000 vermisst.

Vor seinem Verschwinden sagte Kelesau: „Der Widerstand hat sich bewährt. Wir sind froh darüber, dass wir nicht zugelassen haben, dass die Holzindustrie uns kauft.“

 

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