Cholera im Hochland West Papuas – Reaktion der Regierung missbilligt

Die Befürchtungen um einen Ausbruch der Cholera unter indigenen Gruppen in West Papua, Indonesien, nehmen zu. Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen und Kirche berichten, dass innerhalb der letzten drei Monate 85 Personen an der Krankheit gestorben sind.

Die indonesischen Regierung reagierte beschämend unangemessen, und sie setzt die Todeszahlen weit niedriger an.

Cholera ist eine hochgradig ansteckende Krankheit, die schnell zum Tode führen kann, wenn der Patient nicht sofort behandelt wird. Das Versäumnis der Regierung, angemessen auf diesen Notfall zu reagieren, wird vermutlich viele Todesopfer fordern.

Die Papuaner haben jahrelang unter der Gewalt und Brutalität des indonesischen Militärs gelitten. Viele halten die unangemessene Reaktion auf die Gesundheitskrise für einen weiteren Versuch, die indigene Bevölkerung zu vernichten. Diese Angst macht die Menschen misstrauisch gegenüber medizinischer Behandlung durch die Behörden.

West Papua ist für die internationalen Medien und Menschenrechtsbeobachter gesperrt. Das erlaubt der Regierung und dem Militär, ungestraft vorzugehen. Kaum etwas von Papuas Gesundheitsbudget erreicht die indigene Bevölkerung. Die Regierung spricht auch nicht über die Verbreitung von HIV/AIDS, obwohl Papua die höchste Verbreitungsrate in ganz Indonesien aufweist.

Paula Makabory von der West Papuanischen Menschenrechtsorganisation Elsham sagt: „West Papua muss für die Welt geöffnet werden, damit grundlegende Menschenrechte wie eine angemessene Gesundheitsversorgung für die Indigene Bevölkerung gewährleistet werden können“.

Sie fordert größere politische Freiheit in West Papua, die es internationalen Gesundheitsorganisationen ermöglicht, den lokalen Organisationen dabei zu helfen, eine humanitäre Katastrophe abzuwenden.

Lesen Sie Survivals Bericht „Fortschritt kann töten“ über die Gesundheitssituation indigener Völker.