Opposition gegen Guarani Landrechte nimmt zu

Mann vom Stamm der Guarani.
Mann vom Stamm der Guarani.
© João Ripper/Survival

Die Guarani aus dem Bundesstaat Mato Grosso do Sul in Brasilien haben letzte Woche einen Rückschlag erlitten, als FUNAI, die Regierungsabteilung für Indianische Angelegenheiten, plötzlich die Kennzeichnungen des Guarani-Gebiets eingestellt hat.

FUNAIs Präsident Mercio Meira war in der Hauptstadt von Mato Grosso do Sul mit einer Demonstration der Farmer, die sich gegen die Landrechte der Guarani stellen, empfangen worden.

Nach einem angespannten Treffen mit dem Staatsgouverneur und der ländlichen Produktionsgesellschaft hat Meira veranlasst, die Kennzeichnungen zeitweise auszusetzen.

Nachdem Rancher und Farmer die Stimmung gegen die Indianer angeheizt hatten, hatten die Guarani-Anführer eine Erklärung verfasst: „Wir akzeptieren keine Aufschiebung der Identifizierung und Markierung der Guarani Tekohas (die traditionellen Guarani-Gebiete).“

Die Anstrengungen der Guarani werden von einer Gruppe von Organisationen unterstützt, die gemeinsam ein Dokument namens “Stoppt den Genozid: Für das Land und das Leben den Guarani Kaiowa” unterzeichnet haben, das dem brasilianischen Präsidenten Lula da Silva übergeben werden soll.

Die Guarani leiden unter akuter Landverknappung und kämpfen seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihres Landes. Mit der schnellen Ausbreitung der Zuckerrohr- und Sojaplantagen werden sie immer stärker in kleine, schmale Reservate abgedrängt oder gezwungen neben den Highways zu campieren. Das führt zu Mangelernährung, Gewalt und Alkoholismus.

Viele Guarani arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen auf den benachbarten Plantagen. Andere landen hinter Gittern, belangloser Verbrechen beschuldigt, oftmals ohne Dolmetscher oder einen eigenen gesetzlichen Vertreter.

Tief betroffen von Landknappheit leiden die Guarani an einer in Südamerika beispiellosen Selbstmordrate. In den letzten 20 Jahren haben über 500 Guarani Selbstmord begangen.