Guarani verlangen Gerechtigkeit in einer ‚Großen Versammlung‘

Guarani Kinder.
Guarani Kinder.
© João Ripper/Survival

Zweihundertfünfzig Angehörige der Guarani-Kaiowá und ihre Unterstützer nahmen letztes Wochenende an einer ‚Aty Guasu‘ oder ‚Großen Versammlung‘ in dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul teil.

Die Abgrenzung von Land und die herrschende Gewalt waren die Hauptthemen des Treffens. Am letzten Tag der Versammlung übergaben die Guarani ihre Forderungen an die FUNAI (brasilianisches „Indian Affairs Department“) und an das brasilianische Bundesministerium.

Die Versammlung  erinnerte an die vergangenen 25 Jahre seit der Ermordung des indigenen Anführers Marçal Tupã-i, der im November 1983 vor seiner Haustür ermordet wurde. Des Weiteren feierte man zehn Jahre Wiederinbesitznahme eines ihrer traditionellen Gebiete – Ñanderu Marangatu – wo auch die Versammlung stattfand.

Die Versammlung verlangte, dass die Verantwortlichen die Anerkennung der indigenen Gebiete beschleunigen und die Mörder der vielen in den letzten 25 Jahren getöteten indigenen Anführer ihrer gerechten Strafe zuführen.

Das Gebiet der Guarani, Ñanderu Marangatu, wurde 2005 rechtlich anerkannt. Ein Großteil wird allerdings immer noch von Viehzüchtern genutzt, die seine Anerkennung vor Gericht anfechten. Die Guarani sind gezwungen, in einem winzigen Gebiet ihres eigenen Landes zu leben und werden ständig von den bewaffneten Arbeitern der Bauern bedroht.

Am 25. Oktober dieses Jahres schossen bewaffnete Arbeiter auf eine Gruppe von Guarani Jugendlichen und Kindern. Obwohl es einige schafften, ins Dorf zurückzukehren, waren viele gezwungen, in den Wald zu fliehen und wurden für acht Stunden vermisst. Auf die Erwachsenen, die nach den Kindern suchten, wurde ebenfalls geschossen.

Survival International hat einen Fonds gegründet, um die Guarani zu unterstützen, in Verbindung mit dem Film ‚Birdwatchers‘ (Vogelbeobachter), in dem Guarani- Kaiowá die Hauptrolle spielen. Alle Spenden werden zur Verteidigung ihrer Rechte, ihrem Land und ihrer selbstbestimmten Zukunft beitragen.