Neue Bilder von unkontaktierten Indigenen im peruanischen Amazonasgebiet veröffentlicht

Luftaufnahmen einer unkontaktierten indigenen Gemeinschaft im peruanischen Amazonasgebiet. 2019

Luftaufnahmen einer unkontaktierten indigenen Gemeinschaft im peruanischen Amazonasgebiet. 2019

© ORPIO

Neue Bilder einer unkontaktierten indigenen Gemeinschaft im peruanischen Amazonasgebiet wurden von ORPIO – der Organisation der indigenen Völker des Ostens – veröffentlicht.

Die Fotos zeigen Gemeinschaftshäuser oder „Malocas“ von unkontaktierten Indigenen, die im dichten Regenwald des Amazonas im Staat Loreto an der Grenze zu Ecuador leben. Survival wurde von der lokalen indigenen Organisation gebeten, die Bilder zu teilen, um die Existenz dieses Volkes zu beweisen und für seinen Schutz zu werben.

Es wird angenommen, dass die Malocas die Heimat eines der vielen unkontaktierten indigenen Völker im geplanten Schutzgebiet Napo Tigre sind. Die Bilder wurden von Feldforschern der indigenen Organisation ORPIO während eines seltenen Überfluges im November 2019 aufgenommen.

Sie sind die ersten Bilder, die die Anwesenheit unkontaktierter Indigener in diesem Gebiet beweisen und bestätigen, was indigene Fürsprecher seit Jahrzehnten sagen. Jorge Pérez Rubio, Präsident von ORPIO, sagte:

„Wir kennen die Gefahren, denen unsere unkontaktierten Brüder und Schwestern in Napo Tigre ausgesetzt sind. Sie haben mehr als 14 Jahre auf den Schutz des Kulturministeriums gewartet. Die Behörden sind mit dem Prozess der Anerkennung und des Schutzes ihres Landes nicht vorangekommen… Sie haben eine Menge Beweise für ihre Existenz… Diese Fotos beweisen, dass sie existieren!“

Diese Bilder von Gemeinschaftshäusern oder Malocas sind die ersten, die die Anwesenheit unkontaktierter Indigener in diesem Gebiet definitiv bestätigen.

Diese Bilder von Gemeinschaftshäusern oder Malocas sind die ersten, die die Anwesenheit unkontaktierter Indigener in diesem Gebiet definitiv bestätigen.

© ORPIO

Die unkontaktierten indigenen Völker von Napo Tigre werden von Unternehmen bedroht, die ihr Territorium für Öl und Holzeinschlag ausbeuten wollen. Der spanische Ölgigant REPSOL zog sich 2008 aus einem Deal zurück, nachdem der Ethikrat des norwegischen Finanzministeriums Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die unkontaktierten Völker in diesem Gebiet geäußert hatte.

Die peruanische Regierung hat es versäumt, ihr Territorium vor der Rohstoffindustrie zu schützen, obwohl ihre eigenen Berichte die Anwesenheit unkontaktierter Völker in diesem Gebiet anerkennen.

Der Druck auf ihr Leben und ihr Territorium hat in den letzten zehn Jahren zugenommen, wobei Unternehmen wie PeruPetro den Prozess, der ihr Land vor Außenstehenden schützen würde, behindert haben.

Survival International fordert das Kulturministerium und die Regierung Perus auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um die unkontaktierte indigene Bevölkerung von Napo Tigre zu schützen, deren Leben und Lebensgrundlagen bedroht sind sowie ihr Land sofort anzuerkennen und alle Öl- und Holzkonzessionen auf ihrem Gebiet zu annullieren.

Die Mehrheit der unkontaktierten Völker der Welt lebt im Amazonas-Regenwald. Sie sind die bedrohtesten Gesellschaften der Erde und ein wichtiger Teil der menschlichen Vielfalt. Ihre Gebiete gehören zu den artenreichsten Orten der Erde und es gibt unwiderlegbare Beweise dafür, dass ihr Schutz die beste Barriere gegen Abholzung ist. Wenn ihr Land nicht geschützt wird, droht ihnen eine Katastrophe. Survival setzt sich mit seiner Kampagne für unkontaktierte Völker entschlossen dafür ein, ihre Landrechte zu sichern, damit sie selbst wählen können, wie sie leben wollen.