Peru: Präsident Garcia zweifelt an Existenz „unkontaktierter“ Stämme

Perus Präsident Garcia hat die Existenz von unkontaktiert lebenden indigenen Völkern in den abgeschiedenen Regenwaldgebieten Perus in Frage gestellt. Der Präsident lässt diese Äußerung verlauten, nachdem erst vor sechs Wochen 21 unkontaktierte Indianer im Südosten Perus fotografiert wurden – ein Ereignis, dass weltweit für Schlagzeilen sorgte.

Die Kommentare erschienen in einem Artikel des Präsidenten Alan Garcia, der in „El Comercio“ veröffentlicht wurde, eine von Perus größten nationalen Zeitungen. In dem Artikel wird betont, dass Peru seine natürlichen Ressourcen stärker nutzen soll, wobei der Amazonas als „Ressource Nummer Eins“ genannt wird. Doch diese Meinung wird nicht von allen geteilt.

Der Präsident schrieb: “Im Gegensatz zu Öl haben Umweltschützer das Bild der „unkontaktierten“ Eingeborenen des Amazonas geschaffen; das heißt unbekannt aber mutmaßlich existierend.“ „Daraus folgt, dass Millionen von Hektar nicht erkundet werden sollen und peruanisches Öl unter der Erde bleiben soll, während der Preis für ein Barrel auf dem Weltmarkt bei 90$ liegt.“

Insgesamt schätzt man, dass es 15 unkontaktierte indigene Völker in Peru gibt. Über die letzten Jahre hinweg wurden von Survival und anderen Organisationen zahlreiche Beweise dafür gesammelt. Obwohl jeglicher Kontakt mit ihnen für sie tödlich sein kann, erlaubt und wirbt Perus Regierung aktiv für die Ölsuche in den Regionen, in denen sie leben.

Präsident Garcias Kommentare folgen denen des Vorsitzenden von Perupetro, Perus staatlicher Ölkompanie, der Anfang des Jahres erklärte, es sei „absurd zu sagen es gäbe unkontaktierte Völker“. Ein anderer Sprecher Perupetros verglich die Stammesvölker mit dem Monster von Loch Ness.

Survivals Direktor, Stephen Corry, sagte heute: „Vielleicht hat der Präsident die Fotos der 21 unkontaktierten Indianer am Piedras Fluss neulich nicht gesehen, die auf der Titelseite der Zeitung erschienen sind, für die er selbst geschrieben hat? Das hat nichts mit „Erfindung“ oder „Vermutung“ zu tun. Der Präsident muss aufhören dieses unaufrichtige Spiel zu spielen und die Rechte seiner verletzlichsten Bürger anerkennen."

Lesen Sie den Artikel des Präsidenten Garcia, erschienen in El Comercio. (Spanisch)

 

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