De Beers kehrt in das Central Kalahari Game Reserve zurück: Survival International startet erneute Kampagne

Aufgedeckt: De Beers Diamantensucher arbeiten im Reservat der Buschleute in Botswana

Survival International startet erneut eine Kampagne gegen De Beers, nachdem entdeckt wurde, dass das Unternehmen in das Central Kalahari Game Reserve (Wildreservat) in Botswana zurückgekehrt ist. Das neue Programm zum Abschürfen von Diamanten wird die Zukunft der Buschleute und die Ökologie des Reservats zerstören. Es handelt sich um das Gebiet der Buschleutegemeinschaft um Metsamenong.

Die vorhergehenden Versuche De Beers`, Diamanten im Reservat abzubauen, hatten zu einer gewaltigen internationalen Kampagne geführt. Survival rief dazu auf, De Beers zu boykottieren und protestierte vor De Beers Geschäften in London und New York. Zudem konnten die Supermodels Iman und Lily Cole überzeugt werden, nicht mehr für das Unternehmen zu arbeiten.

Die Kampagne wurde eingestellt nachdem das Unternehmen sein 2,2 Milliarden US-Dollar-Depot (circa 1,6 Milliarden Euro) für 34 Millionen US-Dollar (circa 25 Millionen Euro) an Gem Diamonds verkaufte.

Survivals Vorsitzender Stephen Corry sagte heute: „Wir sind bestürzt darüber, dass De Beers glaubt, jetzt in das Reservat zurückkehren zu können, solange die Situation mit den Buschleuten noch ungeklärt ist. Vermutlich haben sie gehofft, dass niemand es bemerken würde. Hunderte Buschleute befinden sich noch immer in Umsiedlungslagern. Es ist unmöglich für sie, nach Hause zurückzukehren, da die Regierung ihnen verbietet zu jagen oder Wasserlöcher zu nutzen. Wir wollen alles in unserer Macht stehende tun, um den Buschleuten zu helfen. Dies beinhaltet den Versuch Menschen zu überzeugen, De Beers zu boykottieren bis die Buschleute Zugang zu ihrem Land und Wasser haben. Es ist nicht vorstellbar, dass die Buschleute ihre freie Einwilligung zum Diamantenabbau geben, wenn die meisten von ihnen noch nicht einmal nachhause (auf ihr Land im Reservat) gehen können.“

Vor zwei Jahren gewannen die Buschleute einen wegweisenden Gerichtsprozess. In der Grundsatzentscheidung wurde ihnen das Recht zugesprochen, im besagten Reservat, ihrem angestammten Land, zu leben. Die Regierung hatte sie davon vertrieben. Das Gericht hat bestätigt, dass sie das Recht haben, dort zu leben, zu jagen und zu sammeln. Weitgehend wird davon ausgegangen, dass die Diamantressourcen im Reservat die Entscheidung der Regierung, die Buschleute zu vertreiben, beeinflusst hat. Der Boom im Diamantengeschäft und das Diamantenschürfen im Reservat bedrohen eines der größten Wildschutzgebiete in Afrika. Und dies trotz der Tatsache, dass Botswanas Präsident, Ian Khama, Mitglied bei der in den USA ansässigen Umweltorganisation Conservation International ist.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter  +49 30 722 93 108 oder per E-Mail unter [email protected]