Präsident erklärt die Lebensweise der Buschleute zu einer „archaischen Fantasie“

Zwei Jahre liegt der historischen Sieg vor Gericht zurück: Das Urteil sprach den Buschleuten der Kalahari das Recht zu, auf ihrem Land zu leben und zu jagen. Nun hat Botswanas Präsident Ian Khama den Buschleuten gesagt, ihre jagende Lebensweise sei eine „archaische Fantasie“.

Der Oberste Gerichtshof von Botswana bestätigte am 13. Dezember 2006, dass die Vertreibung der Buschleute durch die Regierung „unrechtmäßig und verfassungswidrig“ war und dass die Buschleute das Recht hätten, auf ihrem angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve (CKGR) zu leben.

Das Gericht bestimmte außerdem, dass die Buschleute in ihrem Reservat jagen und sammeln dürften. Aber Präsident Khama sagte in seiner letzten Rede an die Nation: „Die Vorstellung…sich heutzutage [so wie es sich die Buschleute wünschen] auf der Basis des Jagen und Sammelns zu ernähren, ist eine archaische Fantasie.“

Einer der Richter des Urteils von 2006 sagte, die Ablehnung der Regierung, den Buschleuten die Jagd zu erlauben „war für die Bewohner von CKGR gleichbedeutend mit einer Verurteilung zum Hungertod.“ Auch zwei Jahre nach dem Urteil hat die Regierung den Buschleuten nicht eine einzige Jagdlizenz für das Reservat ausgestellt.

Ein Sprecher der Buschleute sagte heute: „Jagen ist nicht veraltet. Wir wollen heute Jäger und Sammler sein. Das ist für uns der beste Weg, um in der Kalahari zu überleben.“

Die Regierung von Botswana hat Pläne für den Bau einer Diamantenmine auf dem Land der Buschleute genehmigt, allerdings mit der Bedingung, dass die Minengesellschaft die Buschleute nicht mit Wasser versorgt. Die Regierung verbot den Buschleuten, das Wasser eines Wasserbohrlochs in einer ihrer Gemeinschaften zu nutzen.  Dagegen erhielt eine nahe gelegene Touristenunterkunft die Erlaubnis, Wasser für ihre Gäste abzupumpen.

Botswanas Präsident Khama ist eines der führenden Mitglieder der US-amerikanischen Umweltschutzorganisation Conservation International.

 

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