Buschmänner beschreiben vor Gericht Schrecken der Vertreibung

Der High Court (die zweithöchste gerichtliche Instanz) von Botswana hat die ersten Buschmänner als Zeugen in ihrem Prozess gegen die Regierung die entsetzlichen Geschichten von der Vertreibung von ihrem Land erzählen hören. Tshokodiso Botshilwane aus Metsiamenong im Zentral Kalahari Wildreservat (CCGR) hat am 27. und 28. Juni ausgesagt. Er erklärte dem Gericht, wie die Regierungsbeamten auf Lastwagen ankamen und allen befahlen, fortzuziehen. Er schaute hilflos zu, wie sie seine Hütten abrissen, weigerte sich aber, selbst das Wildreservat zu verlassen und schlief lieber viele Tage lang unter einem Baum. Er ging davon aus, dass die Buschmänner schon immer im CKGR gelebt haben, egal was die Gesetze sagen, und er meinte, die Regierung Botswanas könne nicht für sich in Anspruch nehmen, die Meinung der Buschmänner zu respektieren, wenn ihre Ansichten überhaupt nicht berücksichtigt worden sei. „Der Tod ist besser als die Umsiedlung", sagte er den Richtern. Amogelang Segoogtsane aus Gagama beschrieb, wie die Regierungsbeamten den Tank mit dem Wasser für die Gemeinschaft ausleerten und sie „zwangen, zur Wassergewinnung auf Wüstenmelonen zurückzugreifen." Das Land „gehört meinen Vorfahren und allen meinen Kindern, die hier geboren wurden", erklärte er vor Gericht. Segootsane machte seine Aussage am 26. und 27. Juni. Am 30. Juni beschrieb Motsoko Ramahoko die Regierungsbeamten, die ihn und seine Gemeinschaft aus Gope zwangsweise in das Zwangsansiedlungslager Klauduane umsiedelten als „überheblich und so brutal, dass sie einen sogar töten könnten." Sie sagten ihm, niemand würde ihm Wasser geben, wenn er sich weigerte, zu gehen. Kauduane sei laut, sagte er, es gebe dort keine Arbeitsplätze, und es sei voll von Alkoholikern. Die Leute müssten dort Hunde essen, und HIV/ AIDS breite sich aus. Die Regierung „hat uns von den Gräbern unserer Väter fortgebracht", sagte er. Er wolle nach Gope zurück gehen und jagen und sammeln können, sogar ohne Regierungsleistungen wie das Wasser: „Ich will mein Land zurück." Der Prozess wurde jetzt bis November vertagt. „Wir möchten, dass dieser Prozess so schnell wie möglich zu Ende geführt wird, damit wir auf unser Land zurückkehren können", erklärte heute ein Vertreter der Buschmänner.

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