Die Baka

Die Gründung des Nationalparks Messok Dja im Nordwesten der Republik Kongo gefährdet das Überleben der Baka. Und sie ist illegal.

Die Angst vor Gewalt durch Parkwächter vertreibt die Baka von ihrem Land. Von ihren Wäldern werden sie ausgeschlossen, obwohl sie für Nahrung und Medizin darauf angewiesen sind. Die Baka haben dem Park nicht zugestimmt.

Unternimm etwas, bevor dieses vom WWF finanzierte Naturschutzprojekt die endgültige Zerstörung der Lebensweise der Baka bedeutet.

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Landraub und Menschenrechtsverletzungen in Messok Dja

Dede vom Baka-Stamm erklärt, wie der WWF die Rechte der Bevölkerung im Gebiet Messok Dja im kongolesischen Regenwald verletzt.

Wir erleiden diese schrecklichen Prügel, wenn wir gar nichts getan haben. Wenn sie uns sehen, schlagen sie uns einfach mit ihren Macheten.
Dede, ein Angehöriger des Baka-Stammes, dessen angestammtes Land im Namen des Naturschutzes gestohlen wird.

• Der WWF versucht, auf dem Land, das dem Volk der Baka im Kongo gehört, ein Naturschutzgebiet einzurichten. Das Projekt wird unter anderem von Holz- und Palmölkonzernen finanziert.

• Die Baka haben eine enge Verbindung zu diesem Land, auf dem sie seit Menschengedenken leben. Auch für ihre Medizin, Nahrung und Unterkunft sind sie auf den Wald angewiesen. Sie wollen diesen Park nicht auf ihrem Land haben und haben nie ihre Zustimmung zu diesem Park erteilt.

• Die Baka haben ihre eigenen ausgeklügelten Naturschutzregeln. Das Gebiet ist reich an biologischer Vielfalt, weil sie sich gut darum kümmern.

• Vom WWF finanzierte und ausgebildete Ranger haben das Volk der Baka im Namen des “Naturschutzes” überfallen, ausgeraubt und ermordet.

• Survival International schrieb erstmals vor fast 30 Jahren an den WWF und warnte ihn davor, indigenes Land zu stehlen, um Nationalparks und Schutzgebiete zu schaffen.

• Der WWF hat den Missbrauch vertuscht, die Täter unterstützt und setzt sich weiterhin für die Schaffung von Schutzgebieten auf indigenen Territorien ein.

Sende eine E-Mail an den Generaldirektor des WWF, Marco Lambertini

Was im Gebiet Messok Dja geschieht, ist kolonialer Naturschutz – mächtige globale Akteure ergreifen die Kontrolle über das Land und die Ressourcen der indigenen Völker. Sie behaupten, dass sie dies zum Wohle des Planeten täten.

Was geschieht in Messok Dja

Messok Dja ist ein Gebiet des kongolesischen Regenwaldes, das besonders reich an Biodiversität ist. Der WWF versucht, dort eine Schutzzone einzurichten, was strengere Kontrollen darüber bedeutet, wie das Land genutzt werden kann und wer dorthin gehen darf, aber es ist das angestammte Land vieler Baka-Völker.

Angehörige der Baka aus Messok Dja

Angehörige der Baka aus Messok Dja
© Survival

Der Wald ist unser Leben. Sie halten uns davon ab, uns selbst zu ernähren. Wir werden sterben. Wir sind Waldmenschen. Wenn dies nicht aufhört, werden alle Baka sterben.
Baka-Mann, Messok Dja

Die Baka-Gemeinschaften, die in Messok Dja leben, sind für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse auf den Wald angewiesen. Ihre Beziehung zum Wald ist zentral für ihre Lebensweise und ihre Identität als Volk. Sie sagen uns, dass sie ohne sie nicht überleben können.

Wenn es uns nicht gut geht, gehen wir in den Wald. Wir haben keine Pillen. Wir nutzen die Rinde der Bäume und das heilt uns. Die Pillen sind nur Beruhigungsmittel.
Baka-Mann aus einer Gemeinde in der Nähe von Messok Dja

Das Völkerrecht besagt, dass alle Projekte, die auf indigenem Land geplant sind, nur mit der Zustimmung der Menschen durchgeführt werden können, deren Land es ist. Das Projekt Messok Dja hat dieses Gesetz gebrochen: Der WWF hat nicht die freie, vorherige und informierte Zustimmung der lokalen Gemeinden eingeholt, bevor er mit dem Prozess der Schaffung des Parks begann.

Paulette vom Stamm der Baka erklärt, dass der Wald jetzt für sie nicht mehr zugänglich ist, und spricht über Misshandlungen durch Parkwächter, die vom WWF unterstützt werden.

Sie haben uns den Wald verriegelt. Wenn wir dorthin gehen, schlagen sie uns. Es ist schrecklich, was diese Leute getan haben. Der Wald ist vollständig übernommen worden.
Paulette, eine Angehörige des Baka-Volkes, das in Messok Dja lebt

Bewaffnete Ranger patrouillieren das Gebiet, obwohl der Park noch nicht fertig ist. Sie haben gewalttätige Gräueltaten gegen Einheimische wie die Baka und ihre Nachbarn, die Bakwele, begangen. Der WWF ist sich dessen seit vielen Jahren bewusst, hat aber wenig zur Lösung des Problems beigetragen.

Sende eine E-Mail an den Generaldirektor des WWF, Marco Lambertini

"Der WWF ist in unserem Wald angekommen und legt ohne unsere Zustimmung Grenzen fest. Niemand hat es uns überhaupt erklärt. Sie haben uns nur gesagt, dass wir nicht mehr das Recht hätten, in den Wald zu gehen. Schon jetzt lassen uns die Parkwächter leiden. Sie schlagen Menschen, aber sie schützen keine Elefanten.
Baka-Dorfbewohner*innen, Kongo

Die Baka, die aus ihren Wäldern vertrieben wurden, enden oft mittellos; sie leben dauerhaft in Lagern am Straßenrand, wo sie unter extremer Armut, hoher Kindersterblichkeit, Krankheiten, Sucht und Ausbeutung leiden.

Die in Messok Dja lebenden Gemeinden werden bereits daran gehindert, den Wald zu nutzen, obwohl die Umweltschutzzone noch nicht eingerichtet ist. Sie sind von ihrer Nahrung und Medizin abgeschnitten. Sie können weder ihre Rituale praktizieren noch ihre Kinder in den Fähigkeiten und Kenntnissen früherer Generationen unterrichten.

Ein Großteil des Regenwaldes im Kongo wird abgeholzt. Große Naturschutzorganisationen gehen oft Partnerschaften oder Abkommen mit Holzfällerunternehmen ein.

Ein Großteil des Regenwaldes im Kongo wird abgeholzt. Große Naturschutzorganisationen gehen oft Partnerschaften oder Abkommen mit Holzfällerunternehmen ein.
© Survival International

Die Baka erhalten die Natur. Wir haben nicht diese Maschinen, mit denen die Menschen Bäume fällen. Wir klettern auf Bäume, um Honig zu sammeln, aber wir schaden den Bäumen nicht. Abholzungsfirmen graben Bäume aus und roden alles.
Anführer einer Baka-Gemeinde

Neben dem WWF wird die Schaffung des Parks von Holz- und Palmölkonzernen finanziert. Sie wird auch vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der Europäischen Kommission (EK), den USA und der kongolesischen Regierung sowie der Globalen Umweltfazilität (GEF) unterstützt, obwohl die Unterstützung der EU-Kommision nach einer massiven internationalen Kampagne unter der Führung der Baka und Survival derzeit ausgesetzt ist.

Der WWF behauptet, das Beste für die Umwelt in Messok Dja zu tun, und doch vernichtet er das Volk der Baka, das ein inniges Verständnis dafür besitzt, wie dieses kostbare Ökosystem zu verwalten ist. Die Baka haben eine tiefere Verbindung zu diesem Land als jeder andere.

80% der biologischen Vielfalt der Erde befindet sich in indigenen Gebieten. Es gibt Beweise dafür, dass die ursprünglichen Hüter ihr Land besser als alle Anderen kennen und darauf aufpassen.

Ein Baka-Mädchen in der Republik Kongo.

Ein Baka-Mädchen in der Republik Kongo.
© Survival

Wir kämpfen an der Seite der Baka bis das Projekt Messok Dja eingestellt wird.

Wir setzen uns ein gegen die Gräueltaten, die im Namen des „Naturschutz“ begangen werden. Hilf mit bei der Dekolonisierung des Naturschutzes und setz dich für einen neuen Ansatz ein, der indigene Völker in den Mittelpunkt stellt.

Das ist seit dem Start der Kampagne im Jahr 2018 geschehen:

• Die Regierungen der USA und Deutschlands sowie die Europäische Kommission haben Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen im Namen des Naturschutzes eingeleitet.
• Im US-Repräsentantenhaus wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der verhindern soll, dass staatliche Gelder in Naturschutzprojekte fließen, welche Menschenrechte verletzen.
• Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hat einen Bericht verfasst, in dem festgestellt wurde, dass vom WWF unterstützte Vertreter Hunderte von Baka verprügelt und eingeschüchtert haben.
• Die Europäische Kommission kündigte im Mai 2020 an, dass sie die Finanzierung von Messok Dja aussetzen werde, was einen beispiellosen Sieg für die Kampagne bedeutete. Survival traf sich im Februar 2020 mit dem Verantwortlichen der Europäischen Kommission, die für das Messok Dja-Projekt verantwortlich sind, und betonte, dass das Projekt niemals die Zustimmung der lokalen Bevölkerung erhalten habe. Das Projekt weiterzuführen würde daher gegen die Zusagen der Europäischen Kommission verstoßen.

DU hast dazu beigetragen, dass dies geschehen konnte. Unsere Unterstützer*innen solidarisierten sich mit dem Volk der Baka und ihren Nachbarn, den Bakwele, um ihre Stimme zu stärken und die Welt zu ihren Gunsten zu verändern.

Doch der WWF treibt das Projekt weiter voran, auch wenn seine eigenen Untersuchungen bestätigt haben, dass die Baka dem Projekt nicht zugestimmt haben. Außerdem beschönigt der WWF weiterhin die in seinem Namen verübten Menschenrechtsverletzungen.

Werde aktiv:

Sende eine E-Mail an den Generaldirektor des WWF, Marco Lambertini

Wir nehmen generell keine Gelder von Regierungen entgegen. Wir sind auf deine Spenden angewiesen, um weiterhin weltweit an der Seite der indigenen Völker zu kämpfen.

Die Baka und Bakwele danken euch für alles, was ihr tut, um den WWF zu stoppen. Die Baka machen euch Mut in eurem Kampf, damit ihr weitermachen könnt.
Mitglied einer Baka-Gemeinschaft, das in Messok Dja lebt

Volk der Baka, Gebiet Messok Dja.

Volk der Baka, Gebiet Messok Dja.
© Survival International

Weitere Informationen

Messok Dja: Fragen und Antworten

Kongolesische „Waldvölker“
Naturschutz dekolonisieren – Indigene Völker sind die besten Naturschützer
Gemeinsame „Erklärung zu grünem Kolonialismus im Kongo
Briefe der Baka an den WWF

Berichterstattung in der Presse (in englischer Sprache)
WWF’s Secret War – Buzzfeed
(Kurzfassung auch auf Deutsch verfügbar)
Armed ecoguards funded by WWF ‘beat up Congo tribespeople’ – The Guardian
The violence of ‘conservation’ – New Internationalist

TV-Dokumentation (in englischer Sprache)
Victims of the WWF – Zembla
Forest of Fear – Channel 4 Unreported World

Die wichtigste Lektüre von Survival (in englischer oder deutscher Sprache)
• Survivals Direktor Stephen Corry hat eine Serie von Artikeln über die Verletzung indigener Rechte durch den kolonialen Naturschutz geschrieben
Ein kolonialer Landraub im Kongo … heute
When WWF’s conservation looks like colonialism, it’s time for a new approach
‘The source of the danger is black people’ — Why is racism normalized in conservation?

Werden Sie für die Baka aktiv

Sende eine E-Mail an den Generaldirektor des WWF, Marco Lambertini, und bitte Ihn die Einrichtung des Naturschutzgebiets Messok Dja nicht weiter zu unterstützen.