Paraguay: Indigene Ayoreo blockieren Straße, um auf die Zerstörung ihres Landes aufmerksam zu machen

12 März 2026

Eine Gruppe von Ayoreo blockiert eine Autobahn in der Nähe ihres angestammten Landes. @ Survival

Mehr als 100 indigene Ayoreo Totobiegosode, von denen die meisten zwischen 1979 und 2004 gewaltsam kontaktiert wurden, blockieren derzeit eine wichtige Straße in Paraguay. Sie fordern damit, die Zerstörung des Waldes aufzuhalten, in dem ihre unkontaktierten Verwandten leben.

Porai Picanerai, ein Ayoreo-Anführer, sagte heute: „Nach dem erzwungenen Kontakt wurden wir von unserer Regierung im Stich gelassen. Sie ignoriert unsere Rechte und erlaubt gleichzeitig großen Unternehmen, unseren Wald zu zerstören. Unsere unkontaktierten Verwandten sind zum Überleben auf den Wald angewiesen. Auch wir sind auf den Wald angewiesen. Doch er wird von Bulldozern und Bränden zerstört. Außenstehende verdienen Geld mit unserem Wald, während uns nichts bleibt. Unsere Bedürfnisse und Rechte werden ignoriert.“

Die unkontaktierten Ayoreo, die in einem immer kleiner werdenden Waldstück leben, das von Verwüstung umgeben ist, sind das letzte unkontaktierte Volk in Südamerika außerhalb des Amazonasgebiets. Ihr Wald wird zerstört, gestohlen und von Farmen besetzt – er gilt als einer jener Wälder, die am schnellsten abgeholzt werden. Dadurch herrscht zunehmend Dürre und Hunger bei den indigenen Eigentümer*innen des Landes.

Die kontaktierten Ayoreo Totobiegosode, die in den vergangenen Jahrzehnten aus ihrem angestammten Wald vertrieben wurden, leben heute in zwei Gemeinden am Waldrand. Sie blockieren eine der wichtigsten Straßen der Region aus Protest gegen:

  • die fortlaufende Zerstörung ihres angestammten Territoriums – das rechtlich geschützt werden müsste – durch Viehherden und Agrarunternehmen;
  • die Vernachlässigung durch den Staat, der sie aus ihrem nomadischen und selbstversorgenden Leben im Wald gedrängt hat und sie nun in zwei abgelegenen Gemeinden ohne angemessenen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Wasser oder Nahrung zurückgelassen hat;
  • die anhaltende Weigerung der paraguayischen Regierung, das Land offiziell zu demarkieren und es ihnen zu übertragen, obwohl sie von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission dazu verpflichtet wurde.
     

Caroline Pearce, Direktorin von Survival International, sagte heute: „Die Satellitenbilder aus dem Westen Paraguays zeichnen ein erschütterndes Bild: Noch vor wenigen Jahrzehnten war dies ein riesiges Waldgebiet unter indigener Kontrolle – heute ist es eine verwüstete Landschaft. Die unkontaktierten Ayoreo sind auf einer Waldinsel gefangen, die Tag für Tag zerstört wird.

All diese Zerstörung ist illegal: Dies ist das Zuhause der Ayoreo, das als indigenes Territorium anerkannt und ihnen schon längst hätte übertragen werden müssen. Sie machen sich große Sorgen um ihre unkontaktierten Verwandten, die irgendwie zu überleben versuchen, indem sie ständig von einem Teil des Waldes in einen anderen fliehen.

Wie der jüngste Bericht von Survival über unkontaktierte Völker deutlich macht, leisten sie Widerstand gegen diese brutale Kolonisierung – doch ihr Überleben hängt vollständig davon ab, dass ihr Land geschützt wird. Die Behörden Paraguays müssen endlich das Richtige tun: die Viehzüchtenden aus dem Gebiet ausweisen und die Landrechte der Ayoreo respektieren.“

 

Hinweise an die Redaktion:

Pasubio, einer der führenden Lederhersteller Europas, kündigte 2023 an, kein Leder mehr von Zulieferunternehmen zu kaufen, deren Aktivitäten direkt oder indirekt die Wälder bedrohen, in denen die unkontaktierten Ayoreo in Paraguay leben. Viele Rinderfarmen zur Herstellung von Leder befinden sich innerhalb des angestammten Gebiets der Ayoreo.

Die Entscheidung von Pasubio folgte einem intensiven Dialog mit Survival International. Diese hatte mit Unterstützung der Anwälte Veronica Dini und Luca Saltalamacchia eine formelle Beschwerde gegen das Unternehmen gemäß den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen eingereicht.

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Niklas Ennen

+49 (0)30 7229 3108

[email protected]

Ayoreo

Indigenes Volk

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