Uganda: Batwa-Mann nach Haft wieder frei

Kafukuzi Valence in seiner Zelle in Kisoro, Uganda, im Februar 2017.
Kafukuzi Valence in seiner Zelle in Kisoro, Uganda, im Februar 2017.

© Alex Ahimbisibwe/Batwa Development Organisation

Ein Batwa-Mann ist wieder auf freiem Fuß, nachdem er sieben Monate im Gefängnis verbracht hatte, weil er eine kleine Antilope in einem Schutzgebiet gejagt hatte, aus dem sein Volk illegal vertrieben worden war.

Kafukuzi Valence, der zwar keine Geburtsurkunde besitzt aber sein Alter mit 72 angibt, erklärte, dass die Antilope von Ugandas Bwindi Impenetrable Nationalpark in ein benachbartes Feld gelaufen sei.

„Sie haben mich inhaftiert, weil ich ein Tier aus dem Wald fing und es gesessen haben“, sagte Kafukuzi Valence gegenüber Survival International.

„Ich war so krank und hilflos und hatte keine medizinische Versorgung,“ beschrieb er seine Zeit im Gefängnis. „Ich hatte solche Schmerzen in meiner Brust und in meinen Beinen und es gab so viele Bettwanzen, die mich gebissen haben.“

„Sogar jetzt bin ich noch sehr schwach. Ich habe nichts zu essen. Ich sitze nur hier. Das ist jetzt mein Leben.“

Der Bwindi Impenetrable Nationalpark wurde 1991 mit Hilfe des WWF und ohne die Zustimmung der Batwa auf dem angestammten Land des Jäger-und-Sammler-Volkes errichtet.
Der Bwindi Impenetrable Nationalpark wurde 1991 mit Hilfe des WWF und ohne die Zustimmung der Batwa auf dem angestammten Land des Jäger-und-Sammler-Volkes errichtet.

© Emilie Giles/Survival International

Kafukuzi Valence beschuldigt zudem Ranger der Wildschutz-Behörde Ugandas, bei der Festnahme Eigentum aus seinem Haus gestohlen zu haben.

Der Bwindi Impenetrable Nationalpark wurde 1991 mit Hilfe des World Wide Fund For Nature (WWF) und ohne die Zustimmung der Batwa auf dem angestammten Land des Jäger-und-Sammler-Volkes errichtet. Heute werden die Batwa der „Wilderei“ beschuldigt, wenn sie jagen um ihre Familien zu ernähren.

„Die Wildhüter haben in der Region erklärt, dass alle den Wald verlassen sollen. Aber wir sind geblieben“, erinnert sich Herr Kafukuzi. „Sie kamen, um uns zur Strecke zu bingen und auf uns zu schießen.“

Doch die Verfolgung indigener Jäger*innen lenkt von den eigentlichen Wilderern ab – Kriminelle, die mit korrupten Regierungsbeamten zusammenarbeiten. Erst letzte Woche wurde ein Ranger der Wildschutz-Behörde Ugandas wegen des Schmuggels von Flusspferd-Zähnen festgenommen.

Survival International setzt sich dafür ein, die Verletzung der Rechte indigener Völker im Namen des Naturschutz zu stoppen.