Anführer der Mro aus dem Gefängnis entlassen

15 August 2018

© Mark McEvoy/Survival
Chakmas, Bangladesch

Nach fast 2 Jahren wurde Ranglai Mro heute gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Ranglai Mro ist der Anführer des isoliert lebenden Volkes der Mro (auch Mru)  aus dem Chittagong Berggebiet.

Ranglai Mro wurde im Februar 2007 wegen Waffenbesitzes verhaftet und zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Man glaubt, dass die Vorwürfe ein Vergeltungsschlag gegen Ranglai waren. Ranglai protestierte gegen die Vertreibung seines Volkes von ihrem eigenen Land. Dort sollte Platz für ein Trainingslager der Armee geschaffen werden.

Während seiner Haft wurde Ranglai gefoltert. Als er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, stellte man fest, dass er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Dennoch wurde er ohne angemessene medizinische Behandlung wieder zurück ins Gefängnis geschickt.

Fast zwei Jahre nach seiner Verhaftung wurde er am 1. Januar diesen Jahres in eine spezialisierte Herzklinik in Dhaka gebracht, da seine Verfassung sich verschlechtert hatte. Er wurde auch dort noch in Ketten gehalten, was zu einer Protestwelle in Bangladesch führte. Die Ärzte gaben an, dass die Fesseln sie während der Behandlung behinderten.

Vom Gebrauch der Fesseln wurde in einer Bangladescher Zeitschrift berichtet. Nachdem die nationale Menschenrechtskommission von Bangladesch sich einschaltete, behauptete die Gefängnisleitung, dass die Ketten entfernt worden wären. Ein am  letzten Freitag veröffentlichtes Foto zeigte jedoch, dass Ranglai noch immer Handschellen trug und mit einem Seil am Bett festgebunden war. Und das, obwohl das Gericht bereits die Freilassung auf Kaution aus medizinischen Gründen angewiesen hatte.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Wir sind froh, dass Ranglai Mro endlich entlassen wurde. Wir sind zutiefst erschüttert von den Qualen, die er erleiden musste. Wir bitten die neue Regierung Bangladeschs inständig, sich Ranglais Fall noch einmal aufzurollen und die Verhaftungen, Folterungen und Unterdrückungen des Volkes der Jumma aus dem Chittagong Berggebiet zu beenden.“

Die Mro gehören zu einem der elf Jumma-Gruppen aus dem Berggebiet. Die neue Regierung Bangladeschs, welche die Wahlen am 29. Dezember mit überwältigender Mehrheit gewonnen hatte, versprach, das Friedensabkommen mit den Jumma von 1997 einzuhalten.

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