Epidemie trifft Nomadenstamm Amazoniens

Der Nomadenstamm der Nukak, der aus seiner Heimat im Dschungel fliehen mußte, nachdem er zwischen die Fronten des kolumbianischen Bürgerkrieges geraten war, wurde Opfer einer Grippe-Epidemie.

Beinahe ein Viertel des Stammes ist krank geworden, und mindestens drei Mitglieder mußten in der nächstliegenden Stadt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Experten befürchten, dass weitere Epidemien ausbrechen könnten, solange die Nukak nicht in ihr eigenes Gebiet zurückgebracht werden. Seit dem ersten Kontakt 1988 ist bereits die Hälfte des Stammes an Grippe und Malaria gestorben; nur 500 Nukak überlebten.

Die Krise begann, nachdem die Nukak-Flüchtlinge von ihrem Lager am Rande einer Stadt in ein neues Zuhause in den Dschungel umgesiedelt wurden.

Die Größe ihres neuen Lagers beträgt lediglich 2% der Größe ihres ursprünglichen Gebietes und die Nukak leben dort weiterhin in der Angst vor dem bewaffneten Konflikt zwischen der kolumbianischen Armee, den paramilitärischen Streitkräften und den Guerillas. Gesundheitsexperten hatten davor gewarnt, dass das Umsiedeln von 200 Nukak an einen Ort zu Krankheitsausbrüchen führen würde, da sie traditionell normalweise in kleinen Nomadengruppen leben.

In dem neuen Lager der Nukak ist ihre natürliche Wildnahrung Mangelware; im dortigen Wald wachsen keine der Bäume, aus denen die Nukak Blasrohre bauen und das Gift für die Jagd gewinnen, und im Fluß gibt es nur sehr wenige Fische. In ihrem ursprünglichen Gebiet gibt es natürliche Ressourcen im Ueberfluss.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „ Es ist unbedingt notwendig, dass die Regierung Kolumbiens einen Weg findet, die Nukak in ihr eigenes Gebiet zurückkehren zu lassen; andernfalls werden sie langfristig nicht überleben.“

Fotos vorhanden. Survival Aktivist David Hill ist vor kurzem erst von den Nukak zurückgekehrt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Laura Engel [email protected]