Jumma Mann wegen Beschwerde brutal getötet

Ladu Moni Chakma, ein Mitglied des indigenen Volkes der Jumma wurde am Dienstag in seinem Haus von bengalischen Siedlern mit deren Hacken erschlagen. Auch seine Frau Shanti Bala wurde angegriffen und musste daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Viele Leute vor Ort glauben, dass Ladu Moni Chakma Opfer dieses Angriffes wurde, weil er Information über den Raub von indigenem Land durch Siedler an die erst kürzlich umgestaltete Chittagong Hill Tracts (CHT) Kommission weitergegeben hatte.

Die elf indigenen Gruppen in den Gebieten von Chittagong sind allgemein als Jumma bekannt wegen ihres Wanderfeldbaus, der als „Jhum“ bezeichnet wird. In den letzten 60 Jahren wurden Hunderttausende von Siedlern in die Gebiete von Chittagong umgesiedelt, was zu einer Verdrängung und gewaltvollen Unterdrückung der Jumma führte.

Die bengalische Armee hat gerade ihr Programm, Bengalen in dieser Region anzusiedeln, verstärkt. Im April hatten Siedler mit Unterstützung des Militärs sieben Jumma-Dörfer in der Sajek-Region zerstört, nachdem es zu Streitigkeiten mit Landräubern gekommen war. Bei diesen Angriffen wurden die Dorfbewohner, inklusive Frauen und Kinder der Jumma, verprügelt.

1997 hatten die Jumma und die Regierung ein Friedensabkommen unterzeichnet, welches die Regierung verpflichtet, die Militärbasen aus der Region zu entfernen und den Raub von indigenem Land durch Siedler und durch die Armee zu beenden. Das Friedensabkommen weckte neue Hoffnungen, aber die Militärcamps in den Gebieten von Chittagong blieben bestehen, die Gewalt und der Landraub hörten nicht auf. Seit der Deklaration der Notfallregelung in Bangladesh im Januar 2007 sind die Missbräuche eskaliert.

Die internationale Chittagong Hill Tracts (CHT) Kommission, die 1990 gegründet wurde, war maßgeblich daran beteiligt, die Welt über die groben Menschenrechtsverletzungen in den Gebieten von Chittagong zu informieren. Die CHT war bis zum Jahre 2001 aktiv. Jetzt hat sie sich neu gestaltet und unternimmt vom 7.-10. August 2008 eine vorläufige Untersuchung in den Gebieten von Chittagong. Die Vorsitzenden der CHT sind unter anderem der stellvertretende Vorsitzende der parlamentarischen Menschenrechtsgruppe in Großbritannien Lord Avebury und die bedeutende bengalische Menschenrechtsaktivistin Sultana Kamal. Die Kommission drängt die Regierung die Durchsetzung des Friedensabkommens von 1997 zu beschleunigen.

 

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