Buschmann-Zeugin fürchtete während Vertreibungen um ihr Leben


Die erste weibliche Zeugin in dem Prozess, den 243 Buschmänner um das Recht auf Rückkehr auf ihr angestammtes Land gegen die Regierung führen, hat vor Gericht ausgesagt, dass sie „um ihr Leben fürchten" musste, als sie 2002 vertrieben wurde.

Mongwegi Tlhobogelo beschrieb, wie Fahrzeuge und Menschen in großer Anzahl plötzlich in ihrer Siedlung im Zentral Kalahari Wildschutzgebiet auftauchten und den Abriss aller Häuser der Buschmänner anordneten. Ihr Ehemann war bereits ohne ihr Wissen umgesiedelt worden. Die Männer leerten dann alle Wassertanks der Buschmänner aus und luden sie auf Lastwagen.

Frau Tlhobogelo beschrieb außerdem das Leben im Umsiedlungsgebiet New Xade als „schrecklich", mit hoher Kriminalität und verbreitetem Alkoholismus.

Schon vorher hatte ein anderer Zeuge, Motsoko Ramafoko, ausgesagt: „Wir wollten nicht fort [aus der Zentral Kalahari]. Wir wollten nicht nach New Xade umgesiedelt werden."

Er sagte weiter: „Zuerst nahmen sie unsere Frauen, luden sie auf Lastwagen, und dann fuhren sie nach New Xade. Danach holten sie uns Männer (…) und brachten uns mit Gewalt und gegen unseren Willen fort."

Survival-Leiter Stephen Corry erklärte heute: „Endlich wird den Buschmännern Gelegenheit gegeben, öffentlich die Behauptung der Regierung zu widerlegen, dass die Umsiedlungen freiwillig gewesen seien – was derart offensichtlich nicht zutraf und nur von den Leichtgläubigsten geglaubt wurde. Jetzt erfährt die Welt, wie sie gegen ihren Willen von ihrem Land vertrieben wurden. Das einzige, was die Regierung ihnen in den Umsiedlungsgebieten zu bieten hat, sind Alkoholismus, Depressionen und AIDS. Das einzige, was sie tun müsste, um das Problem zu lösen, wäre, sie nach Hause zurück gehen und sie so leben zu lassen, wie sie wollen."

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