West-Papua verprügelt und der ‚Staatsgefährdung‘ beschuldigt

Sechs Papua sollen wegen ‚Staatsgefährdung‘ angeklagt werden, nachdem sie friedlich das verbotene Unabhängigkeitssymbol West Papuas, die Morgensternflagge, gehisst hatten. Dieser Protest fand in der Stadt Fakfak, 550 Meilen westlich der Hauptstadt Jayapura statt.


35 Papua nahmen an dem zeremoniellen Hissen der Fahne in den frühen Morgenstunden des 19. Juli teil. Die Polizei attackierte die Demonstranten, schlug und trat sie und nahm 41 Menschen fest, auch solche, die nicht an den Protesten teilgenommen hatten. Die Männer mussten sich bis auf die Unterwäsche ausziehen, bevor sie zur Polizeiwache gebracht wurden. Auch zwei Frauen wurden festgenommen. Survival fürchtet um die Sicherheit der festgenommenen, da Folter in Polizeigewahrsam in West-Papua weit verbreitet ist.


Nachrichten aus der Region deuten darauf hin, dass sechs der Festgenommenen nach indonesischem Strafgesetz wegen Staatsgefährdung und des Umsturzes der Regierung angeklagt werden. Sie könnten beschuldigt werden, einen Staatsstreich geplant zu haben, was mit bis zu lebenslänglicher Haft geahndet wird.


Die Verhaftungen deuten auf eine Razzia in West Papua hin und folgen auf Festnahmen während ähnlicher friedlicher Proteste in den Städten Timika, Manokwari und Jayapura seit Oktober letzten Jahres. West Papua ist seit 1963 von Indonesien besetzt und die indonesische Armee blickt auf eine lange Geschichte von Menschenrechtsverletzungen gegen Papua Gesellschaften zurück.


Paula Makabory vom Institute for Papuan Advocacy & Human Rights verlangte die Freilassung der Inhaftierten und sagte: „Die indonesische Polizei ist unglaubwürdig, wenn sie diese Leute auf der Basis von ‚Staatsgefährdung‘ anklagt. Eine Fahne in einer Zeremonie zu hissen und gegen die indonesische Autorität zu protestieren ist kein Akt, der die Regierung stürzen könnte. Die Demonstration war friedlich und eine solche politische Äußerung sollte in Papua und Indonesien ein demokratisches Recht sein.”