Satellitenbilder zeigen die Zerstörung indigener Gebiete

Das Land der letzten unkontaktierten Indigenen Paraguays wird rasch zerstört. Dies zeigen neuste Satellitenbilder.

Die Fotos zeigen, dass alleine in den vergangenen sechs Monaten riesige Flächen des Gebietes der Ayoreo-Totobiegosode verwüstet wurden. Die Totobiegosode sind das einzige unkontaktierte indigene Volk Südamerikas, das außerhalb des Amazonas lebt.

Der Wald der Totobiegosode wird von brasilianischen Unternehmen niedergewalzt, damit dort Weideflächen für Rinder entstehen können. Dies geschieht trotz des Rechtsanspruchs, der im Namen der Indigenen 1993 erhoben wurde. Bis zur gerichtlichen Lösung dieser Landansprüche verbietet eine einstweilige Verfügung jegliche Abholzung des Waldes.

Die lokale Unterstützungsorganisation GAT reagierte mit Empörung auf die Aktivitäten der Unternehmen: „Das ist das angestammte Land der unkontaktierten Totobiegosode. Die Zerstörung des Waldes verstößt gegen nationales Recht und internationale Vereinbarungen.“

Die Totobiegosode leben in subtropischem Wald, der auch als 'Chaco' bekannt ist. Die Größe dieses unkontaktierten indigenen Volkes ist unbekannt. Unkontaktierte Gruppen sind stets sehr verwundbar gegenüber jeglicher Form des Kontaktes zu ihrer Außenwelt.

Stephen Corry, der Direktor von Survival International, sagte heute: „Wenn diese Unternehmen glauben, sie kämen damit durch, weil dies in einer abgelegenen Gegend unserer Erde geschieht, sollten sie sich das noch einmal gut überlegen. Die Satellitenfotos zeigen detailliert, wie sie illegal den Wald der Totobiegosode zerstören und dabei schamlos nationales und internationales Recht verletzen. Die neue Regierung in Paraguay muss diese Verstöße in den Griff bekommen, bevor der Wald komplett zerstört ist und alle dort lebenden Indigenen ausgelöscht sind."


Aktuelle Satellitenbilder

Ältere Aufnahmen (März 2008)

Survival-Mitarbeiter Jony Mazower, der jüngst einige der kontaktierten Totobiegosode besucht hat, steht für Interviews zur Verfügung.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter
+49 30 722 93 108 oder per E-Mail unter [email protected]