Buschleute verurteilen Mo Ibrahim

Die Kalahari Buschleute, die von der Regierung unter Botswanas ehemaligem Präsidenten, Festus Mogae, von ihrem Land vertrieben wurden, verurteilen den afrikanischen Milliardär Mo Ibrahim und seine Stiftung dafür, dass sie ihren Preis für „Achievement In African Leadership“ an Mogae vergeben. Die festliche Verleihung des Preises findet am Samstag, den 15. November, in Alexandria, Ägypten, statt.

Ein Sprecher der Buschleute sagte heute: „Wir finden, er sollte den Preis nicht erhalten aufgrund der Art und Weise, wie er uns behandelt hat, als er Präsident von Botswana war. Er hat uns von unserem angestammten Land vertrieben und das hat unser Leben stark beeinträchtigt. Die Folgen davon sind Armut, Alkoholismus und Aids.“

Die Regierung unter Festus Mogae vertrieb die Buschleute von ihrem Land im Central Kalahari Game Reserve im Jahr 2002 und verbot ihnen das Jagen und Sammeln.

Buschleute, die jagten, wurden verhaftet und gefoltert; die, die friedlich gegen die Vertreibung protestierten, wurden verhaftet und angeschossen; und mindestens eine Frau starb an Hunger und Durst als Festus Mogaes Regierung die Grenzen des Reservats schloss.

Die Buschleute reichten Klage gegen die Regierung ein. 2006 erklärte der Oberste Gerichtshof von Botswana die Vertreibung als „unrechtmäßig und verfassungswidrig“. Einer der Richter sagte, dass die Weigerung der Regierung, den Buschleuten das Jagen zu erlauben, „einer Verurteilung der Buschleute zum Hungertod entspreche“.

Doch die Regierung, bis April dieses Jahres unter Festus Mogae, verhindert weiterhin, dass die Buschleute nachhause zurückkehren können. Sie schlägt ihnen das Recht ab, Wasser aus einem ungenutzten Bohrloch in einem ihrer Bezirke zu pumpen und zu jagen.

Die Regierung Botswanas treibt nun ihre Pläne voran, auf dem Land der Buschleute Diamanten abzubauen und Tourismus zu fördern. Das Unternehmen Gem Diamonds hat vor, im Land der Gemeinde von Gope, Diamanten zu fördern, während der „Safari & Adventure Company“ das Angebot unterbreitet wurde, eine Touristenherberge in der Nähe der Gemeinde von Molapo zu bauen.

Der Vorsitzende von Survival International, Stephen Corry, meint hierzu: „Botswanas marginalisierteste Einwohner, die Kalahari Buschleute, haben eine sehr andere Sichtweise auf die Art und Weise wie das Land regiert wird als Afrikas Elite. Ihre persönlichen Erfahrungen mit Festus Mogaes Staatsführung sind Vertreibung, Verhaftung und Folter. Vielleicht hätte die Mo Ibrahim Stiftung die Stimme der Buschleute hören sollen bevor sie diese unkluge Entscheidung getroffen hat.“

Der Mo Ibrahim Preis beinhaltet 5 Millionen US Dollar (ca. 4 Millionen Euro) über zehn Jahre hinweg und danach 200.000 US Dollar (ca. 160.000 Euro) jährlich. Im Komitee, das den Preis vergibt, saßen unter Anderen der ehemalige UN Generalsekretär Kofi Annan und die ehemalige UN Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson.

 

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