Botswanas Präsident erklärt Parlamentariern:

Botwanas Präsident Festus Mogae hat eine erstaunliche Kehrtwende in der Regierungspolitik vollzogen und britischen Parlamentariern mitgeteilt, dass Buschmänner im Central Kalahari Game Reserve jagen dürfen. Zuvor hatte die Regierung das Jagen in diesem Wildschutzgebiet grundsätzlich verboten und damit die Lebensweise der Buschmänner unmöglich gemacht.

Botswanas Daily News berichteten, der Präsident habe den Besuchern mitgeteilt, die Buschmänner „dürften in den Wildschutzgebieten jagen, vorausgesetzt sie benutzten dabei traditionelle Jagdwaffen wie Pfeil und Bogen." Die Daily News gehören der Regierung, was die Möglichkeit einer Falschwiedergabe praktisch ausschließt.

Viele Buschmänner wurden bisher festgenommen und gefoltert, weil sie in dem Schutzgebiet gejagt hatten, in dem sie seit Jahrtausenden leben. In den letzten Jahren hat die Regierung den Buschmännern verboten, im Schutzgebiet zu jagen und zu sammeln, hat sie von der Wasserversorgung abgeschnitten  und dafür gesorgt, dass niemand sonst Nahrung oder Wasser dorthin bringen konnte.

Trotz dieser restriktiven Maßnahmen sind etwa 200 Buschmänner in das Schutzgebiet zurückgekehrt. Hunderte weitere leben jetzt in Umsiedlungsgebieten, wo Alkoholismus, Depressionen und HIV/ AIDS um sich greifen. Die Buschmänner führen zur Zeit einen Prozess gegen die Regierung um das Recht auf Rückkehr in ihr Zuhause im Schutzgebiet.

Survivals Generaldirektor Stephen Corry sagte heute: „Man kann diese erstaunliche Nachricht auf drei Arten verstehen. Die erste Möglichkeit ist, dass Präsident Mogae tatsächlich eine Kehrtwende in seiner Politik vollzogen hat und die Rechte der Buschmänner achtet. Die zweite ist, dass ihm nicht klar ist, wie die tatsächliche Politik aussieht. Die dritte Möglichkeit ist, dass er den britischen Parlamentariern ein falsches Bild von den wirklichen Vorgängen gibt. Wenn die zweite oder dritte Interpretation stimmen, ist es ein trauriger Tag für Botswana. Wenn er andererseits tatsächlich für seine am schwersten unterdrückten Staatsbürger eintritt, könnte das für Botswanas Buschmänner ein Lichtstrahl am Ende des Tunnels sein, und das Land könnte anfangen, sich von dem furchtbaren Ruf zu befreien, dass es die verletzlichsten Stämme Afrikas zerstört."

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Fotos und Filmmaterial sind erhältlich.

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