Ausweisung illegaler Eindringlinge aufgeschoben

Gewalttätige Aktionen von Farmern, die illegal Land im brasilianischen Bundesstaat Roraima besetzen, haben den Obersten Gerichtshof Brasiliens (STF) zur einstweiligen Aufschiebung eines Polizeieinsatzes zur Räumung des Landes veranlasst.

Die Farmer, die illegal das Indigenengebiet Raposa Serra do Sol besetzen, widersetzen sich seit Beginn des Polizeieinsatzes Ende März der Räumung des Landes. Sie verletzten einen Anführer der Indigenen, indem sie eine selbstgebastelte Bombe in sein Haus warfen und drohten anderen, sie umzubringen. Sie brannten überdies drei Brücken nieder, die zu dem besetzen Gebiet führten und blockierten Straßen mit Traktoren.

Der brasilianische Präsident Lula verankerte das Gebiet Raposa Serra do Sol im Jahr 2005 im Gesetz. Dies folgte auf eine lange Kampagne der Indianerorganisation CIR, an der auch Survival und andere Organisationen beteiligt waren. Das Gebiet beherbergt die Makuxi, Wapixana, Ingarikó, Patamona und Taurepang Indianer, die jahrzehntelange Gewalt und Schikane von Seiten der Farmern und Viehzüchtern erfahren haben, die illegal ihr Land besetzen.

Die meisten dieser illegalen Besatzer haben Raposa Serra do Sol bereits verlassen und wurden umgesiedelt und entschädigt. Eine kleine aber mächtige Gruppe von Reisfarmern jedoch, die mit Politikern im Bundesstaat Roraima in Verbindung steht, weigert sich umzuziehen und bedroht und schüchtert die indigenen Gemeinschaften weiterhin ein. Ihr gewalttätiges Handeln in den vergangenen Wochen ist die Antwort auf einen Einsatz der brasilianischen Bundespolizei, der Operation Upatakon3, um die besetzen Gebiete endlich zu räumen.

Die Indianer von Raposa Serra do Sol haben einen offenen Brief geschrieben, der auf den 09. April datiert ist und lautet: „ Über dreißig Jahre lang haben wir unter dem schmerzhaften Prozess unser Land wieder zubekommen gelitten. Wir glaubten, dass der brasilianische Staat es nun endlich Realität werden ließe, im Einklang mit der Verfassung, den Rechten indigener Völker und dem Erlass des Präsidenten unser Gebiet gesetzlich zu schützen.

Wir können nicht akzeptieren, dass die Behörden drei Jahre damit gewartet haben zu handeln, dass sie den Terrorismus der letzten elf Tage in Raposa Serra do Sol zugelassen haben und dass der oberste Gerichtshof sogar die Räumung aufgeschoben hat. Wir weisen die Haltung der Landesregierung zurück, die sich für Reissäcke zum Nachteil des Lebens von 18.992 Indianern entscheidet.“

Schreiben Sie einen Brief um die Indianer von Raposa Serra do Sol zu unterstützen (auf Englisch)

Lesen Sie den Brief der Indianer von Raposa Serra do Sol auf Portugiesisch