Regierung bricht Versprechen: Noch kein Bericht über unkontaktierte indigene Völker

Hundert Tage nachdem Bilder eines der weltweit letzten unkontaktierten Stammesvölker rund um den Globus Schlagzeilen machten, ist der von der Regierung versprochene Bericht über deren Lage der Öffentlichkeit noch immer nicht zugänglich.  

Die Bilder lösten international großes Medieninteresse aus und veranlassten die Regierung zur Entsendung eines Forschungsteams in die abgelegenen Regenwaldregionen. Ein Bericht über diese Nachforschungen war für den Juni versprochen, aber bis zum heutigen Tag wurde nichts veröffentlicht.

Die indigene Gruppe auf den Bildern stammt aus Brasilien, nahe der peruanischen Grenze. Holzfäller auf peruanischer Seite zerstören widderrechtlich den Wald und zwingen andere unkontaktierte Indianer aus Peru, nach Brasilien auszuweichen.

“Was in dieser Region [von Peru]  geschieht ist ein unglaubliches Verbrechen gegen die Umwelt, die Indigenen und die Fauna. Es ist ein weiteres Zeugnis der absoluten Unvernunft, mit der wir “Zivilisierten” die Welt behandeln.” sagte José Carlos dos Reis Meirelles Júnior, ein Experte für unkontaktierte indigene Völker der brasilianischen Regierung, der mit in dem Flugzeug sass, von dem aus besagte Bilder aufgenommen wurden.

Perus Präsident Garcia hatte öffentlich verlauten lassen, unkontaktierte indigene Völker seien eine “Erfindung” von “Umweltaktivisten”, die gegen die Förderung von Öl im Amazonasgebiet sind. Ein anderer Sprecher verglich indigene Völker mit dem Monster von Loch Ness. Tatsächlich leben noch etwa fünfzeen unkontaktierte indigene Völker in Peru, die allesamt vom illegalen Holzraubbau und durch Eröl- und Erdgasförderung bedroht sind.

In der peruanische Amazonasregion haben erst kürzlich tausende Mitglieder peruanischer indigener Völker  gegen neue Gesetze demonstriert, die es ihrer Meinung nach für Aussenstehende leichter machen würden, sich die Kontrolle über ihre Gebiete anzueignen. Die Proteste veranlassten den peruanischen Kongres dazu, zwei der Gesetze wieder zurückzuziehen.

Der Direktor von Survival International,  Stephen Corry, sagte heute: ‘Die peruanische Regierung darf dieses Thema nicht unter den Teppich kehren  oder den unkontaktierten indigenen Völkern den Rücken zukehren. Aber was genau tut die Regierung?  Diese Menschen sind in großer Gefahr und verlassen fluchtartig das Land – sie nun “unkontaktierte Flüchtlinge” zu nennen wäre keine Übertreibung.

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