Unkontaktierte Indigene "könnten innerhalb der nächsten drei Jahre verschwinden"

Die unkontaktierten Völker in den abgelegensten Teilen des peruanischen Amazonas „könnten innerhalb der nächsten drei Jahre aussterben“, warnt ein Experte.

Der Brasilianer Jose Meirelles sprach diese düstere Warnung bei einem Notfalltreffen über indigene Völker aus. Meirelles befand sich zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres in einem Flugzeug als ikonische Fotos von unkontaktierten Indianern gemacht wurden. Die Indianer hatten ihre Körper bemalt und waren kurz davor, die Eindringlinge mit Pfeilen zu beschießen.

Während des Treffens gab ein Regierungssprecher zu, dass illegale Holzarbeiter in das Land der unkontaktierten Indigenen eingedrungen sind und verriet, dass er Kenntnis von zwölf illegalen Abholzungslagern hat. Während die Regierung Anfang 2008 noch bestritt, dass die Abholzung Folgen für die indigenen Bevölkerung habe, folgt nun dieses Geständnis.

Die Sitzung schloss mit einer Erklärung. Diese verurteilt die Schwäche der peruanischen Regierung und stellt einige Forderungen. Unter anderem wurde gefordert, dass die Holzfäller, die in das Land der Indianer eingedrungen sind, entfernt werden. Zudem soll es gesetzlich verboten werden, den unkontaktierten Indigenen, einen ersten Kontakt mit Außenstehenden aufzuzwingen.

Laut der „Deklaration von Pucallpa“ gibt es in Peru keine Institution, die für den Schutz und die Verteidigung der unkontaktierten Einwohner verantwortlich ist. Es heißt, dass wichtige Entscheidungen bezüglich dieser Menschen von Ministern, öffentlichen Gremien und Unternehmen, die mit der Regierungspolitik zur Ausbeutung von Ressourcen übereinstimmen, getroffen werden.

Das Treffen fand in Pucallpa, einer Stadt im Dschungel Perus, die durch eine Autobahn mit der Hauptstadt verbunden ist, statt. Der Bau der Autobahn hat eine unkontaktierte Gruppe entzweit. Organisiert wurde das Treffen von einer indigenen Vereinigung (CIPIACI), die speziell dafür ins Leben gerufen wurde, um unkontaktierte Völker zu schützen, und dem brasilianischen Zentrum für indigene Arbeit (CTI).

Der Vorsitzende von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „Es ist alarmierend, dass Beamte zugeben, dass sie von zwölf illegalen Abholzungslagern wissen, die sich in nur einem der Bereiche befinden, welche von unkontaktierten Indigenen bewohnt werden. Gerade weil sie zuvor verleugnet haben, dass die Abholzung überhaupt Folgen hätte. Sie müssen nun Maßnahmen ergreifen, um die Lager zu schließen.“

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter
+49 30 722 93 108 oder per E-Mail unter [email protected] oder Gabriela Mendoza von CIPIACI unter [email protected]